Was sind eigentlich “neue Lernräume”​?

  • Beitrags-Autor:
  • Lesedauer:3 min Lesezeit

“Neue Lernräume in der Erwachsenenbildung” hieß das Seminar, von dem ich kürzlich zurückgekehrt bin. Und erst jetzt merke ich – ich bin ziemlich geflasht davon! Und begeistert!

Abseits dessen, was von der Schule unliebsam in Erinnerung geblieben ist (langweiliger Frontalunterricht, noch langweiligeres Auswendiglernen von Inhalten, wenig kreatives und selbstständiges Schaffen usw.), gibt es in der (Erwachsenen-)Bildung tolle Konzepte, die das genaue Gegenteil davon sind. Und das freut mich dermaßen, dass ich mich hier zu meinem ersten Artikel hinreißen lasse.

Neue Lernräume sind, wie eine liebenswerte Wortverwechslung beim Seminar deutlich machte, auch neue Lebensräume. Es geht um selbstbestimmtes Leben, Lernen und Arbeiten und um das Teilen von Wissen, Interessen und Leidenschaften – nicht weil man muss, sondern weil’s einfach Spaß macht.
Lernen kann dabei in vielen verschiedenen Formen auftreten und beschränkt sich nicht auf das Aneignen von intellektuellem Wissen. Es geht um Begegnung und den Austausch mit anderen.

Hier einige Beispiele sogenannter “neuer Lernräume”:

  • CoWorking Spaces: Selbstständige, Freelancer oder auch Angestellte und Unternehmen teilen sich eine gemeinsame Office-Infrastruktur. Man arbeitet entweder an eigenen oder gemeinsamen Projekten. Das Besonderes ist vor allem die Vernetzung der Personen untereinander, die das kreative Denken und die Gemeinschaft fördert.
  • Makerspaces & FabLabs: öffentlich zugängliche Technikwerkstätten, in denen Maschinen und Werkzeug zum Ausprobieren und Experimentieren zur Verfügung gestellt werden.
  • Repair Cafés: öffentliche Treffen mit dem Zweck gemeinsam Alltags- und Gebrauchsgegenstände zu reparieren.
  • Dritte Orte: Last, but not least – der “dritte Ort” und wohl die Uridee der “neuen Räume”. 1989 vom amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg erstmals erwähnt, handelt es sich hierbei um einen Ort, der weder das Zuhause, noch die Arbeit ist. Es ist ein kommunaler Treffpunkt – zum Austauschen, Netzwerken oder einfach nur zum Sein. Der dritte Ort als zweites Zuhause.

Als Selbstständige im Bereich der Online Assistenz und gleichzeitig in der Branche der Erwachsenenbildung Tätige, finde ich diese Konzepte nicht nur spannend, sondern auch inspirierend. Ich kann mir diese Orte durchaus auch als Belebungsmaßnahme in aussterbenden Orten und Kleinstädten vorstellen – angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse natürlich.
An dieser Stelle ein großes Danke an Nina Oberländer und Joachim Sucker für das tolle Seminar.

Weiterführende Links:

Was sind dritte Orte?

Dritter Ort am Beispiel der Bibliothek Oodi, Helsinki